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Laichzeit beim Angeln: Zwei Kalender entscheiden über den Fang

Nicht nur die eigene Schonzeit zählt: Wenn Plötze, Rotfeder und Ukelei ablaichen, löst das den größten Fressrausch des Jahres aus. Wie die Laichzeit der Beutefische Hecht, Zander, Barsch, Wels und Aal steuert – mit den wissenschaftlichen Hintergründen.

von Finn Marten
Laichzeit beim Angeln: Zwei Kalender entscheiden über den Fang

Fast jeder Angler kennt die Schonzeit seiner Zielfische auswendig – die Wochen, in denen Hecht, Zander oder Karpfen tabu sind, weil sie ablaichen. Doch der Kalender, der über Erfolg oder Misserfolg im Frühjahr oft viel deutlicher entscheidet, ist ein ganz anderer: der Laichkalender der Beutefische. Wenn Plötze, Rotfeder, Ukelei und ihre Verwandten in dichten Schwärmen ins Flachwasser drängen, löst das einen der gewaltigsten Nahrungsimpulse aus, den ein Süßwassergewässer überhaupt kennt. Wer beide Kalender liest, versteht das Frühjahr am Wasser völlig neu.

Die eigene Laichzeit: Schonzeit, Vorlauf und Nachwehen

Beginnen wir beim naheliegenden Kalender – der Laichzeit der Zielart selbst. Hier gilt zuerst und vor allem: Hände weg. Für die meisten Fische fällt die Laichzeit mit einer gesetzlichen Schonzeit zusammen, in der das gezielte Beangeln und die Entnahme verboten sind. Diese Schonzeiten und die dazugehörigen Schonmaße sind in Deutschland Ländersache und unterscheiden sich teils erheblich – ein Blick in die Fischereiverordnung des eigenen Bundeslandes gehört vor jeder Frühjahrstour dazu. Das ist nicht nur Formsache: Ein laichender Bestand, der in Ruhe gelassen wird, ist die Grundlage für die Fänge der kommenden Jahre.

Spannend fürs Verständnis sind die Ränder dieser Phase. Während des eigentlichen Ablaichens fressen die Fische kaum – die Ausschüttung von Sexualhormonen überlagert den Fresstrieb fast vollständig. Davor und danach aber verhält es sich genau umgekehrt:

  • In der Vorlaichphase fressen sich viele Arten gezielt Reserven für das kräftezehrende Laichgeschäft an. Beim Hecht ist dieses Vorlaich-Fressen im ausgehenden Winter berüchtigt für kapitale Fänge – oft aber liegt genau dieses Fenster bereits in der Schonzeit.
  • In der Nachlaichphase sind die Fische zunächst ausgezehrt und erschöpft. Nach einer kurzen Erholung müssen die abgemagerten Tiere ihre Reserven aber dringend wieder auffüllen und fressen dann mit großem Hunger.

Auch die Arten selbst ticken unterschiedlich. Der Hecht laicht sehr früh (Februar bis April) und ist danach als Erster wieder im Fressmodus. Zander und Wels laichen später und betreiben eine ausgeprägte Brutpflege, bei der die Männchen das Gelege aggressiv bewachen. Der Karpfen wartet auf richtig warmes Wasser und laicht ausgiebig im flachen, krautigen Uferbereich. Und der Aal fällt komplett aus dem Raster: Er laicht nicht im Süßwasser, sondern wandert dafür bis in die Sargassosee – eine eigene Laichzeit-Delle gibt es bei ihm also gar nicht.

Der eigentliche Gamechanger: die Laichzeit der Beutefische

So weit der erste Kalender. Der zweite ist der, den viele unterschätzen. Das Laichgeschehen der Beutefische – Plötze, Rotfeder, Ukelei, Güster, in großen Strömen und Mündungen auch Stint und Heringsverwandte – gehört zu den mächtigsten trophischen Impulsen im Süßwasser überhaupt. In der Fischereibiologie wird dieses Zusammenspiel unter Konzepten wie der Optimal Foraging Theory (der Theorie der optimalen Nahrungssuche), dem Prey Switching (Beutewechsel) und der Prädator-Vigilanz erforscht. Und alle drei erklären, warum ein Gewässer zur Laichzeit der Weißfische regelrecht explodieren kann.

Wann genau es so weit ist, hängt vor allem an der Wassertemperatur und verschiebt sich von Jahr zu Jahr. Als grobe Orientierung fürs Frühjahr – erst als Kalender auf einen Blick, darunter mit den Besonderheiten im Detail:

Laichkalender der wichtigsten Beutefische: Stint laicht Februar bis April, Barsch März bis Mai, Rotauge (Plötze) April bis Mai, Brasse, Güster und Rotfeder Mai bis Juni, Döbel Mai bis Juli, Grundel Mai bis September – Kernzeit April bis Juni.

Laichkalender der wichtigsten Beutefische: Den Auftakt macht der aufsteigende Stint im Vorfrühling, das Gros laicht dann von April bis Juni (grün hinterlegt), und die eingewanderte Grundel liefert als Portionslaicher bis in den September (heller Balken) noch Nachschub.

BeutefischLaichzeitBesonderheit
StintFebruar–Aprilzieht als einer der Ersten flussaufwärts zum Laichen
BarschMärz–Maiheftet seine Laichbänder an Kraut, Wurzeln und Äste
Rotauge (Plötze)April–Mailaicht sehr synchron ab rund 12 °C, oft in wenigen Tagen
Brasse (Blei)Mai–Junilaicht nachts, oft lautstark im Flachen („Bleischlagen”)
GüsterMai–Junider Brasse ähnlich, häufig im selben Flachwasser
RotfederMai–Juniwärmeliebend, meist etwas später als das Rotauge
DöbelMai–JuliPortionslaicher über Kies in strömenden Abschnitten
GrundelMai–SeptemberPortionslaicher – laicht mehrfach über die ganze Saison

Das Gros der Beutefische ballt sich also von April bis Juni – eingeläutet vom früh aufsteigenden Stint und verlängert durch die eingewanderte Grundel, die als Dauerlaicher den Räubern bis in den Spätsommer immer wieder frischen Nachschub liefert.

Frisch gefangene Rotfeder mit roten Flossen an einer Posenmontage vor grünem Uferhintergrund

Weißfische wie die Rotfeder ziehen zum Ablaichen in dichten Schwärmen ins flache, krautige Ufer – und werden dort für jeden Räuber zur leichten Beute.

Vom Suchen befreit: Beutedichte und funktionelle Antwort

Den größten Teil des Jahres sind Beutefische mehr oder weniger gleichmäßig im Gewässer verteilt, und ein Räuber muss einen erheblichen Teil seiner Energie allein in die Suche stecken. Zur Laichzeit kippt das schlagartig: Die Weißfische sammeln sich in extrem hoher Dichte an ganz bestimmten Orten – flache Buchten, Krautbetten, Kiesbänke, Flusseinläufe – und die lokale Beutedichte steigt dort um das Zehn- bis Hundertfache.

Für den Räuber bedeutet das, in der Sprache der Optimal Foraging Theory, eine dramatisch verbesserte Bilanz: Die Suchzeit fällt fast weg, und die Netto-Energieaufnahme pro Zeitaufwand schnellt nach oben. Es ist schlicht die lukrativste Zeit des Jahres – ein Buffet, für das man sich kaum noch bewegen muss.

Beute ohne Deckung: der Zusammenbruch der Schutzreflexe

Der zweite Mechanismus ist fast noch wichtiger. Verhaltensökologische Studien (etwa von Magnhagen und Kollegen) zeigen, dass Fische während der Fortpflanzung ihr Risikomanagement fast vollständig herunterfahren. Der hormonelle Fokus auf Rivalität und Paarung überlagert die Flucht- und Anti-Prädator-Reflexe: Laichende Plötzen und Ukeleie rollen an der Oberfläche, schlagen im Schilf und ignorieren dabei Schatten und Druckwellen, vor denen sie sonst sofort flüchten würden.

Die Folge ist messbar. Die Fluchtdistanz – die Entfernung, bei der ein Beutefisch vor einem Räuber die Flucht ergreift – sinkt in dieser Phase um bis zu 70 bis 80 Prozent. Für einen Stoßräuber wie den Hecht heißt das: Seine Attacken gehen viel seltener daneben. Die Beute liefert sich praktisch selbst aus.

Ausgezehrt und angreifbar: die Nachlaich-Schwäche

Das Laichgeschäft kostet Kraft. Knochenfische verlieren dabei einen erheblichen Teil ihrer Energiereserven – Größenordnung 15 bis 30 Prozent ihrer Körpersubstanz. Viele Beutefische tragen Schuppenverluste davon, sind anfällig für Pilzinfektionen oder sterben entkräftet ab. Für die Räuber verschiebt sich damit die Strategie: Statt aktiver Hetzjagd lohnt sich jetzt der Opportunismus – das Erbeuten geschwächter, langsamer Fische und das Aufsammeln bereits verendeter Tiere. Besonders Wels, Aal und Zander schalten in dieser Phase gern auf diesen bequemen Beutemodus um.

Der Eifrass: Millionen Kalorien im Kraut

Und schließlich der Laich selbst. Fischeier sind eine extrem konzentrierte Quelle aus Eiweiß und Fett, und die Eiteppiche im Flachwasser lösen einen selektiven Eifrass aus, an dem sich nahezu alle Arten beteiligen – nicht nur die Räuber. Selbst friedliche Cypriniden wie Karpfen und Schleie schlemmen am nahrhaften Laich. Für die Bestände ist dieser Eifrass ein wichtiger natürlicher Regulator; für den Angler ist er das Signal, dass gerade das gesamte Gewässer im Fressmodus ist.

Was die Wissenschaft dazu zeigt

Diese Zusammenhänge sind nicht nur Anglerlatein, sondern gut untersucht. Drei Beispiele:

Die Arbeiten von Dörner und Kollegen (2003) zum Mageninhalt von Zander und Hecht zeigten, dass beide Räuber ihre Hauptbeute im Jahresverlauf exakt synchron zu den Laichwellen der dominanten Weißfische wechseln – ein klassisches Prey Switching. Während der Laichphase der Plötze im Mai bestand die Magenbiomasse der Hechte zu über 75 Prozent aus laichenden oder abgelaichten Plötzen, und zwar selbst dann, wenn im Gewässer nominell andere Beutefische zahlreicher waren.

Hecht mit typisch langem, entenschnabelartigem Maul, dicht über der Wasseroberfläche gehalten

Nach der eigenen frühen Laichzeit wandern Hechte gezielt in die Flachwasserzonen, in denen wenige Wochen später die Weißfische ablaichen – und füllen dort ihr Energiedefizit wieder auf.

Passend dazu die telemetrische Langzeitforschung an Hechten, wie sie etwa Skov & Nilsson (2018) in ihrer Zusammenschau zur Biologie und Ökologie des Hechts beschreiben: Nach ihrer eigenen, frühen Laichzeit im zeitigen Frühjahr ziehen sich Großhechte nicht ins Tiefwasser zurück, sondern wandern gezielt in genau die Flachwasserzonen, in denen kurz darauf die Weißfische laichen. Sie nutzen die Laichaggregationen der Beute, um ihr eigenes Defizit in kürzester Zeit auszugleichen.

Und wie eng die Räuber der Beute folgen, zeigt die Radiotelemetrie-Studie von Jepsen und Kollegen (2000) an Flussbarsch und Zander während des Laichzugs von Stinten in Flussmündungen: An den verengten Laichpassagen stieg die lokale Dichte der Raubfische während des Stintzugs um bis zu 400 Prozent, und die Zander zeigten eine deutlich erhöhte Jagdaktivität genau in den Nachtstunden, in denen die Stinte laichten.

Was das für welchen Räuber heißt

So universell der Impuls ist, so unterschiedlich nutzen ihn die einzelnen Arten:

RäuberVerhalten zur Beutefisch-LaichzeitTaktischer Vorteil
Hechtsteht direkt in den flachen Laichkrautbetten der Weißfischenutzt die Panik der schlagenden Beute für Attacken aus nächster Nähe
Zanderjagt nachts und in der Dämmerung an flachen Steinschüttungen und Uferkantenspielt im trüben Flachwasser sein lichtstarkes Auge gegen die orientierungslose Beute aus
Barschbildet Jagdschwärme an den Rändern der Laichplätzeräumt verdriftete Eier ab und greift erschöpfte Kleinfische im Freiwasser an
Welszieht nachts in sehr flaches Wasser zu den Laichplätzen von Karpfen und Brassenjagt gezielt große, erschöpfte Beute und gründelt den Boden ab
Aalschlängelt sich durch Kies, Wurzeln und Kraut der Laichsubstratebetreibt exzessiven Eifrass und frisst absterbende Beutefische

Die drei Phasen des Laichgeschehens

Für die Praxis lohnt es sich, das Laichgeschehen der Beutefische in drei Phasen zu denken – jede mit ihrem eigenen Räuberverhalten:

  1. Vorlaufphase (Ansammlung): Die Beutefische sammeln sich vor den Laichgebieten im etwas tieferen Freiwasser. Die Räuber patrouillieren jetzt an den Tiefenkanten direkt vor den Laichbuchten und fangen die Schwärme ab.
  2. Haupt-Laichphase (Fressrausch): Die Beute drängt massiv ins extrem flache Wasser. Die Raubfischaktivität im Flachwasser erreicht ihren Jahreshöhepunkt – Hechte jagen teils in wenigen Zentimetern Wasser und verlieren jede Scheu.
  3. Nachlaufphase (Opportunismus): Abgelaichte, geschwächte Beutefische treiben in der Strömung oder stehen lethargisch am Grund. Die Räuber stellen auf den bequemen „Müllschluck”-Modus um – jetzt laufen langsam geführte Köder, tote Köderfische und Naturköder am besten.

Ein ehrlicher Hinweis zum Schluss dieses Kapitels: Ausgerechnet der größte Fressrausch fällt oft mitten in die Schonzeiten der Räuber selbst. Genau deshalb ist es so wichtig, die Ränder zu kennen und konsequent nur die Arten zu befischen, die gerade Saison haben – der Rest ist Beobachtung fürs nächste Jahr.

Die Laichzeit im Beißindex

Auch unser Beißindex trägt beiden Kalendern Rechnung. Für die eigene Laichzeit jeder Art rechnet er einen gezielten Malus ein: Nähert sich die Wassertemperatur der artspezifischen Laich-Temperatur – beim Hecht um 7 °C, bei Weißfisch und Barsch um 10 °C, beim Zander um 12 °C, beim Karpfen um 18 °C –, sinkt der Beiß-Score dieser Art spürbar. Damit das sauber greift, nutzt der Index nicht einen kurzen Temperatur-Spitzenwert, sondern die nachhaltig gehaltene Wassertemperatur über mehrere Tage, und er lässt den Effekt nur in den Frühjahrsmonaten zu, damit dieselbe Temperatur im Herbst keinen Fehlalarm auslöst. Der Aal bekommt folgerichtig keinen solchen Malus, weil er im Süßwasser gar nicht laicht.

Dazu kommt die rechtliche Seite: Der Index kennt die gängigen Schonzeiten und markiert je Fischart, ob sie gerade geschont ist – eine Erinnerung, die aber deine eigene Prüfung der Landesfischereiverordnung nicht ersetzt, denn die Regeln sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Und über die saisonale Gewichtung bildet der Index den Frühjahrspeak der Raubfische ab, der genau in jene Wochen fällt, in denen sich die Räuber nach der eigenen Laichzeit an den ablaichenden Weißfischen sattfressen.

Den genauen Tag, an dem die Plötzen in deine Lieblingsbucht drängen, wird dir kein Modell vorhersagen – aber der Index zeigt dir das warme, ansteigende Frühjahrsfenster, in dem es so weit ist. In der Live-Prognose siehst du das direkt – zusammen mit über 40 weiteren Faktoren wie Wassertemperatur und Wasserstand.

Häufige Fragen

Darf man während der Laichzeit angeln?

Auf die jeweilige Art, die gerade laicht, in der Regel nicht: Für die meisten Fische gilt in ihrer Laichzeit eine gesetzliche Schonzeit, in der gezieltes Beangeln und Entnahme verboten sind. Diese Schonzeiten und die Schonmaße sind in Deutschland Ländersache und unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland – ein Blick in die Fischereiverordnung deines Landes ist Pflicht. Angeln an sich bleibt erlaubt, aber eben nur auf Arten, die gerade nicht geschont sind.

Beißen Fische während ihrer eigenen Laichzeit?

Deutlich schlechter. Rund um die eigene Laichzeit steht bei den Fischen die Fortpflanzung im Vordergrund; Sexualhormone überlagern den Fresstrieb, und viele Arten stellen das Fressen fast ganz ein. Interessanter sind die Ränder: Kurz vor dem Ablaichen fressen sich viele Fische noch einmal Reserven an, und einige Zeit nach dem Laichen holen die ausgezehrten Tiere das Versäumte mit großem Hunger nach.

Wann laichen Plötze, Rotfeder und Ukelei?

Die meisten Weißfische laichen im Frühjahr, sobald sich das Flachwasser nachhaltig erwärmt – Plötze und Rotfeder meist ab etwa 10 bis 15 °C von April bis Mai, die Ukelei oft etwas später bis in den Frühsommer. Entscheidend ist weniger das Datum als die Wassertemperatur: Ein warmer Frühling zieht das Laichgeschehen vor, ein kalter schiebt es nach hinten.

Warum beißen Raubfische im Frühjahr oft so aggressiv?

Weil dann die Beutefische in dichten Schwärmen zum Ablaichen ins Flachwasser ziehen und dort ihre Vorsicht verlieren. Für Hecht, Zander und Barsch ist das ein gedeckter Tisch: kaum Suchaufwand, leichte Beute und zusätzlich Millionen nahrhafter Eier. Viele Räuber gleichen so ihr eigenes Energiedefizit nach der Laichzeit in wenigen Wochen wieder aus.

Wo stehen Hecht und Zander zur Laichzeit der Weißfische?

Direkt an und in den Laichplätzen der Beutefische: in flachen, krautigen Buchten, an Steinschüttungen, Schilfkanten und Flusseinläufen. Der Hecht steht mitten in den Laichkrautbetten und nutzt die Panik der schlagenden Weißfische, der Zander lauert eher an flachen Kanten und jagt mit seinem lichtstarken Auge in der Dämmerung und nachts.

Beißen Fische nach dem Ablaichen?

Ja, und oft besonders gut – allerdings mit Verzögerung. Direkt nach dem Laichen sind viele Fische zu erschöpft. Nach einer kurzen Erholungsphase aber müssen die abgemagerten Tiere ihre Reserven dringend auffüllen und fressen dann intensiv. Räuber stellen in dieser Phase auf opportunistische Nahrung um und nehmen auch geschwächte oder tote Beutefische, weshalb langsam geführte Köder gut funktionieren.

Fressen Raubfische Fischlaich?

Nicht nur Raubfische – fast alle Arten. Fischlaich ist eine extrem konzentrierte Quelle aus Eiweiß und Fett, und zur Laichzeit lösen die Eiteppiche einen regelrechten Eifrass aus. Barsche bilden Jagdschwärme und räumen verdriftete Eier ab, aber auch friedliche Arten wie Karpfen und Schleie fressen den nahrhaften Laich. Für die Bestände ist dieser Eifrass ein wichtiger natürlicher Regulator.

Ist die Zeit kurz vor der Laichzeit gut zum Angeln?

Sehr gut sogar. In der Vorlaichphase fressen sich viele Fische gezielt Energiereserven für das kräftezehrende Laichgeschäft an. Bei Raubfischen wie dem Hecht ist dieses Vorlaich-Fressen im ausgehenden Winter berüchtigt für Großfische. Achte aber unbedingt auf die Schonzeiten – oft beginnt der gesetzliche Schutz genau in dieser attraktiven Phase.

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